Förderverein Welterbe weiterhin für Antragstellung zuständig

Vereinsvorsitzender Curt Becker (Mitte): „Wir bleiben als Kulturregion beieinander.“

Mitgliederversammlung: Info-Zentrum im Gespräch 
NAUMBURG. Der Förderverein Welterbe bleibt bestehen.  Die Vertreter der Kulturlandschaft an Saale und Unstrut fühlen sich weiterhin mitgenommen. Die Einrichtung eines Info-Zentrums wird von den Mitgliedern des Fördervereins befürwortet. Das ist die Quintessenz der jüngsten Mitgliederversammlung des Fördervereins Welterbe. Nach der Entscheidung des UNESCO-Komitees im Juli dieses Jahres, ausschließlich dem Naumburger Dom den Status des außergewöhnlichen universellen Wertes zuzusprechen und einen entsprechend geänderten Antrag innerhalb von drei Jahren erneut einzureichen, stand die berechtigte Frage im Raum, ob das Bestehen des Fördervereins noch sinngebend ist.  Die Frage wurde eindeutig mit Ja beantwortet. Und dies aus verschiedenen Gründen.

"Der Förderverein Welterbe, der das Antragsverfahren seit Jahren betreibt, ist willens, die Eintragung in die UNESCO-Welterbe-Liste innerhalb von drei Jahren zu erreichen", versicherte Vorsitzender Curt Becker. Bis Ende des Jahres werde die Arbeit dazu abgeschlossen, so Becker weiter. In der Kultusminister-Konferenz wird festgelegt, wann der überarbeitete Welterbe-Antrag bei der UNESCO in Paris eingereicht werden kann.  Sollte die Möglichkeit eröffnet werden, dass dies bereist bis 1. Februar 2018 möglich ist, so sei man darauf vorbereitet, erklärte Becker, unterstrich aber auch: "Wir nutzen weiterhin das, was das langjährige Antragsverfahren an Kulturschätzen in der Region gehoben hat und bleiben als Kulturregion beieinander." Dies habe der Vorstand so beschlossen.  Um den Beschluss umsetzen zu können, soll ein Info-Zentrum eingerichtet werden, in dem auf  die Kulturlandschaft um den Naumburger Dom hingewiesen wird, eröffnete der Vorsitzende des Fördervereins Welterbe.

"Für mich als Landrat wäre es viel schöner, wenn die Kulturlandschaft auch weiter im Welterbe-Antrag vertreten wäre", betonte der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Götz Ulrich. Aber die Voraussetzungen dazu seien durch das Gutachten des Internationalen Rats für Denkmalpflege nicht mehr gegeben. Ulrich dankte nachdrücklich allen, die sich für den Antrag engagiert haben. Diesem Dank schloss sich Weinbaupräsident Siegfried Boy an. Er drückte jedoch sein Bedauern darüber aus, dass nun allein der Dom die Chance auf Anerkennung als UNESCO-Welterbe erhält. Aber der Dom strahle letztlich auch auf die Region aus, so Boys Fazit. Martin Bertling: "Ich freue mich für den Dom, bin aber enttäuscht darüber, dass die Kulturlandschaft aus dem Rennen ist". Elke Simon Kuch: "Der Naumburger Dom ist der Ankerpunkt für die Region." Die Idee, ein Info-Zentrum zu errichten, wird von ihr unterstützt. Jörg Peukert, Museumsdirektor Schloss Neuenburg und Schloss Goseck, sagte: "Die neuen Erkenntnisse über die Beziehungen der Kulturlandschaft zum Dom dürfen wir nicht über Bord werfen. Das ist meine unbedingte Erwartung". Stiftsdirektor Dr. Holger Kunde stimmte dieser Aussage in Gänze zu.

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