Profitieren vom Welterbetitel des Naumburger Doms

Unterzeichnung der Vereinbarung am 11.12.2018 im Naumburger Dom

Burgenlandkreis unterstützt Errichtung eines Welterbezentrums
Die Freude war groß, als im Sommer die positive Nachricht aus Bahrain in Naumburg eintraf: Der Naumburger Dom hat es endlich geschafft und erhält den ersehnten Titel als UNESCO-Welterbe. Seitdem ist einige Zeit vergangen, in der die Urkunde in offiziellem Rahmen im Beisein zahlreicher Gäste und Botschafter von Staatsministerin Michelle Müntefering im Dom übergeben wurde. Die Besucherzahlen steigerten sich nach der Anerkennung des Bauwerks um 15 Prozent - eine Entwicklung, von der auch die umliegende Kulturlandschaft profitieren soll.

Die Zukunftsvision der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz ist ein Welterbezentrum, das mit einer Ausstellung zur hochmittelalterlichen Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut Besucher auch ins Umland lockt. Bis 2023 soll es im Gebäude am Domplatz 1 entstehen. Für die geplanten Kosten in Höhe von sieben bis acht Millionen Euro stehen Fördermittel aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW-Förderung) bereit. Der Burgenlandkreis unterstützt das Vorhaben ebenfalls.

Am Dienstag, 11. Dezember 2018 setzten Landrat Götz Ulrich und Stiftsdirektor Dr. Holger Kunde im Naumburger Dom ihre Unterschriften unter eine Zuwendungsvereinbarung zwischen dem Burgenlandkreis und den Vereinigten Domstiftern zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz. Letztere erhalten damit vom Burgenlandkreis für die Verwirklichung ihrer Projekte eine Einmalzahlung von 800.000 Euro. Das Geld wird nicht nur für das künftige Welterbezentrum, sondern ebenfalls für die Wiederherstellung der Gartentraumanlage Naumburger Domgärten - Teilbereich Bischofskurie Domplatz 1 eingesetzt. Mit den Mitteln des Burgenlandkreises können Planungsleistungen zur Vorbereitung der Antragstellung auf GRW-Mittel in Auftrag gegeben werden. Dazu gehört eine Bauforschung für das Gebäude am Domplatz 1, die Auskunft über die Bauphasen und alle weiteren denkmalpflegerischen Belange sowie Aufschluss über die Statik geben sollen. Alle weiteren Arbeiten ergeben sich aus diesen Erkenntnissen und aus dem Ergebnis der noch zu erfolgenden Ausschreibung von Planungsleistungen.

Multimedial aufbereitet soll das künftige Welterbezentrum den Besuchern alle wichtigen Informationen zum Naumburger Dom und der umliegenden mittelalterlichen Kulturlandschaft vermitteln. Der Verkauf von Eintrittskarten für das Domgelände inklusive Domschatz und dem Domgarten sowie für das Angebot touristischer Leistungen runden das Serviceangebot ab.

Landrat Götz Ulrich: "Die gestiegenen Besucherzahlen im Naumburger Dom zeigen uns, dass der Welterbetitel ein touristisches Pfund ist, von dem auch die Region profitieren kann. Wir haben im Burgenlandkreis eine Fülle an bedeutenden Zeitzeugen für das Hochmittelalter. Gleichzeitig reisen viele kulturbegeisterte Gäste in das Saale-Unstrut-Gebiet. Nun muss es uns gelingen, diese passende Kombination zusammenzubringen und unsere beeindruckende Kulturlandschaft bei Dombesuchern noch bekannter zu machen."

Dr. Holger Kunde, Stiftsdirektor der Vereinigten Domstifter: "Mit der Aufnahme des Naumburger Doms in das UNESCO-Welterbe ist ein langjähriger Traum in Erfüllung gegangen. Schon jetzt ist das deutlich gesteigerte Besucherinteresse im Dom und in der Stadt Naumburg zu spüren. Unser Ziel ist es, dem aus Nah und Fern anreisenden Touristen den größtmöglichen Service zu bieten sowie die Schätze der umliegenden Kulturlandschaft zu vermitteln. Dafür ist die Schaffung eines Welterbe-Informationszentrums am Dom unabdingbar. Wir danken dem Burgenlandkreis auf das Herzlichste für die großartige Unterstützung des Vorhabens."

Hintergrund:
Kommunen und weitere gemeinnützige Träger im Kreisgebiet meldeten verschiedene Projekte im Umfang von insgesamt ca. 50 Millionen Euro an, die aufgrund der finanziellen Situation der Träger schwierig zu realisieren wären. Der Kreistag des Burgenlandkreises hat deshalb zur Unterstützung der Kommunen gemäß § 3 Abs. 2 KVG LSA im August 2017 eine Maßnahmenliste für Investitionen in kulturelle Einrichtungen unterschiedlicher Träger beschlossen. Davon profitierten bislang die Gemeinde Droyßig (Schlosskirche), die Stadt Zeitz (Museum Schloss Moritzburg), die Stadt Lützen (Gustav-Adolf-Gedenkstätte), die Stadt Freyburg (Jahn-Gedenkstätten), Kloster und Kaiserpfalz Memleben und die Arche Nebra.


Zurück