Ora et labora: Zisterzienser in Schulpforte waren offenbar erfolgreiche Unternehmer

SCHULPFORTE- Seit 2012 werden archäologische Grabungen auf dem Gelände des ehemaligen Zisterzienserklosters Schulpforte vorgenommen. Dabei stießen die Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie auf zahlreiche Funde, die nach ersten Einschätzungen wichtige Erkenntnisse über eine offensichtlich vielfältige wirtschaftliche Tätigkeit in Verantwortung der Zisterziensermönche zutage brachten (siehe Foto). Darüber informierter Archäologe Helge Jarecki (Halle), in einer Pressekonferenz. Ein Sechstel des ehemaligen Klostergeländes wurde bislang archäologisch untersucht. "Wir wissen noch nicht alles, aber deutlich mehr", betonte der Archäologe. Als bereits im Jahr 1909 die alte Mühle wissenschaftlich unter die Lupe genommen worden war, sei das Ergebnis bereits eine Sensation gewesen. Welche Bedeutung jedoch das Gotische Haus einst hatte, war den Forschern bislang ein großes Rätsel. Noch ist dessen Funktion noch nicht ganz geklärt, aber nun steht fest, dass es in einer Reihe von wirtschaftlichen Gebäuden und Anlagen eingebunden war, so Jarecki.

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Während der Grabungen sei man auf Pfostengruben, Herdestellen und einen Brunnen aus dem 11. bis 13. Jahrhundert gestoßen. Belegt ist nun auch eine hochmittelalterliche Glockengießerei. Zusammenfassend schätzte der Archäologe ein, dass es zwei Wirtschaftshöfe - einen im Bereich der alten Mühle und einen um das Gotische Haus - gegeben haben muss. Dies schließe darauf, dass das Wirtschaftsareal der Zisterziensermönche in Schulpforte ungewöhnlich groß gewesen sei. Nun liegt für weiterführende Untersuchungen umfangreiches Material vor. Unter anderem wurde eine große Steinkugel präsentiert, die einst als Pfeileraufsatz diente und später als Pflasterstein verlegt worden ist (siehe Foto).

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