Aus Herrschaftslandschaft wird territories of power

NAUMBURG."The Naumburg Cathedral and the landscape of the rivers Saale and Unstrut - territories of power in the High Middle Ages" - so lautet die Überschrift für den Antrag zur Anerkennung der Saale-Unstrut-Region als UNESCO-Welterbe. In deutscher Sprache ist dieser Titel seit fünf Jahren bekannt: "Der Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut". Lange haben diverse Übersetzer und Sprachkundler getüftelt, um den Begriff Herrschaftslandschaft in die englische Sprache zu übersetzen. Er findet sich in keinem deutschen oder gar englischen Wörterbuch. Herrschaftslandschaft, das ist ein speziell für den Welterbeantrag kreierter Begriff. Er besitzt somit, genau wie die Region mit ihren zahllosen einmaligen Schätzen aus dem Hochmittelalter ein Alleinstellungsmerkmal. So erklärt es Karl Büchsenschütz, Leiter der Arbeitsgruppe Welterbe. Aus der Herrschaftslandschaft wird im Englischen ein Territorium der Macht. Dr. Penelope Willard, stellvertretende Direktorin der Franckeschen Stiftungen zu Halle, hat diese Übersetzung vorgeschlagen. Sie wurde vom Auswärtigen Amt für gut befunden und bestätigt.

Seit Mitte August liegt der schwergewichtige, rund 2.000 Seiten umfassende Antrag in deutscher und englischer Sprache dem UNESCO-Welterbekomitee in Paris vor. Hier wird geprüft, ob das Werk alles beinhaltet, was zu einem formalen Antrag auf Anerkennung als UNESCO-Welterbe nötig ist. Der Geschäftsführer des Fördervereins Welterbe an Saale und Unstrut, Roland Thrän, ist zuversichtlich: "Wir haben während der Erarbeitung des Antrags ständig in engem Kontakt mit Frau Dr. Birgitta Ringbeck, Delegierte der Kultusministerkonferenz beim Welterbekomitee der UNESCO, gestanden und ihre Empfehlungen berücksichtigt." Frau Dr. Ringbeck habe ihre jahrelangen Erfahrungen eingebracht und damit das Vorhaben aktiv unterstützt.

Nun heißt es Daumen drücken bis das Welterbekomitee Bescheid gibt, ob der Antrag in der jetzigen Form angenommen werden kann. Ist das der Fall, wird er in Buchform gebunden und geht dann endgültig nach Paris. Das wird nach dem Stand der Planungen im November der Fall sein.

Im kommenden Jahr werden Gutachter der International Council on Monuments and Sites (ICOMOS) das Antragsgebiet genau unter die Lupe nehmen. Die ICOMOS-Gutachter beraten die UNESCO zu denkmalpflegerischen Fragen des Welterbes. In diesem Zusammenhang wird auch Augenmerk darauf gelegt, wie und ob die Einwohner der Region zum Antrag stehen und sich damit identifizieren.

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