Hohe Akzeptanz in der Bevölkerung ist besonders wichtig

SCHULPFORTE - Über Erfahrungen aus der Stadt Kassel, in der sich das jüngste der 38 deutschen UNESCO-Welterbestätten, der Bergpark Wilhelmshöhebefindet, berichtete der Präsident der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft, Hans-Georg Kling (Foto, stehend) in der Mitgliederversammlung des Fördervereins Welterbe an Saale und Unstrut.
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Von Anfang an sei es "ungeheuer wichtig gewesen, die Bevölkerung in das Vorhaben einzubeziehen und eine hohe Akzeptanz zu erreichen", betonte Kling. Dies sei von nicht zu unterschätzender Bedeutung für das Gelingen. So wurde in Kassel ein Runder Tisch der Kulturvereine ins Leben gerufen, dem insgesamt 6.000 Mitglieder angehören. "Wir haben den Welterbeantrag zum öffentlichen Thema gemacht und nachvollziehbar dargestellt", erklärte Kling. Er verwies zudem auf Bürgerforen, in denen die Erfahrungen anderer Welterbestätten diskutiert worden sind. Intensiv in das Welterbe-Antragsvorhaben einbezogen wurde in Kassel die dort ansässige Tageszeitung. Für Kinder wurde ein "Such- und Mitmachbuch" aufgelegt und für Schulklassen ein GPS-Spiel. Außerdem habe sich der Verein "Bürger für das Welterbe gegründet, der auch heute noch tätig ist. Patenschaften wurden ins Leben gerufen für die Kleinarchitektur im Park, und es gab eine Welterbe-Banner-Ausstellung. Darin sind sämtliche 38 Banner der deutschen Welterbestätten gezeigt worden. "Als wir informiert wurden, dass wir den UNESCO-Welterbetitel verliehen bekommen haben, gab es eine große Feier", so Kling. Danach seien die Besucherzahlen in seiner Heimatstadt "sprunghaft angestiegen". Es habe erhebliche Verkehrsprobleme gegeben.

Zu Erläuterung: Der Bergpark Wilhelmshöhe im nordhessischen Kassel ist mit einer Fläche von 2,4 Quadratkilometern der größte Bergpark in Europa und ein Landschaftspark von Weltgeltung. Am 23. Juni 2013 wurde er als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. Die Anlage befindet sich im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe in Kassel, Hessen. International bekannt ist der Park insbesondere durch die Kasseler Wasserspiele, den Herkules, das Schloss Wilhelmshöhe und die Löwenburg. Ab 1696 begann der Bau der Parkanlage, deren Erweiterung sich über einen Zeitraum von etwa 150 Jahren hinzog. Bauherren waren die Landgrafen und Kurfürsten von Hessen-Kassel.

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