Noch heute eine der populärsten Heiligen

NAUMBURG.Kristine Glatzel, die 14 Jahre lang Direktorin von Schloss Neuenburg war, hat zur heiligen Elisabeth (1207 bis 1231) eine ganz besondere Beziehung. Das verriet sie während eines Vortrags, zu dem kürzlich der Naumburger Frauenstammtisch eingeladen hatte. Der Naumburger Frauenstammtisch hat sich auch in diesem Jahr wieder das Thema Welterbe an Saale und Unstrut auf die Fahne geschrieben - Elisabeth, Landgräfin von Thüringen, ist eine wichtige Person aus der Zeit des Hochmittelalters. Das Leben und Wirken dieser bemerkenswerten Frau, das betonte Frau Glatzel, hat bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren. In aller Welt wird die Heilige auch fast 800 Jahre nach ihrem Tod verehrt.
Es sei eine Ausnahme, dass so viele Details aus dem Leben von Elisabeth überliefert worden sind, erläuterte Frau Glatzel. Sie zitierte die Aussagen von Zeitzeugen aus einer Akte von 1235, die das Heiligsprechungsverfahren von Elisabeth dokumentiert. Zahlreiche Menschen berichteten darin von den Wohltaten der ungarischen Königstochter, die bereist im Alter von vier Jahren an den Hof der Thüringer Landgrafen gebracht wurde. Interessiert hörten die Gäste zu, als die Kunsthistorikerin über das Leben am Thüringer Landgrafenhof berichtete und feststellte, dass Elisabeths Ehemann, Ludwig IV., der sie mit zwölf Jahre geehelicht hatte, sich fest an ihre Seite stellte. Der Landgraf habe sich häufig mit seiner Gemahlin auf der Neuenburg aufgehalten, stellte Frau Glatzel fest. Hauptsächlich auch, um durch seine Präsenz vor Ort den Einfluss nach Osten zu vergrößern, erläuterte sie. Elisabeth, die bereits vier Jahre nach ihrem Tod heilig gesprochen wurde, hat sich einen Großteil ihres nur 24 Jahre währenden Lebens der Hilfe und Pflege für Arme und Kranke gewidmet. Ihrer bemerkenswerten Barmherzigkeit sei es zu verdanken, dass sie auch noch heute eine der populärsten Heiligen ist.
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Foto: Kristine Glatzel während ihres Vortags beim Naumburger Frauenstammitsch

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