Weitere Etappe auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe

HALLE/NAUMBURG. Das Landesverwaltungsamt (LVwA) hat den Antrag auf Aufnahme der hochmittelalterlichen Kulturlandschaft an Saale und Unstrut in die Liste der Welterbestätten geprüft und die Stellungnahme zum Welterbe-Managementplan an den Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut überreicht.
"Damit ist eine weitere Etappe auf dem Weg zum Welterbe absolviert.", erklärte LVwA-Präsident Thomas Pleye. "Wir haben uns intensiv und kritisch mit den Unterlagen auseinandergesetzt, denn der Antrag soll vor dem Welterbekomitee bestehen. Ich freue mich mitteilen zu können, dass von keinem Referat meines Amtes Bedenken erhoben oder Mängel festgestellt wurden."

"Die Mitstreiter des Fördervereins Welterbe an Saale und Unstrut und die Mitglieder der Arbeitsgruppe sind hoch erfreut darüber, dass ihre Arbeite der kritischen Prüfung des Landesverwaltungsamtes standgehalten hat und positiv bewertet wurde", unterstreicht Karl Büchsenschütz, Leiter der Arbeitsgruppe Welterbe an Saale und Unstrut.

Zwölf Fachreferate haben ihre Stellungnahmen zum 2.000 Seiten starken Papier, bestehend aus Teil 1: Antragsband, Teil 2: Textband, Teil 3: Managementplan, abgegeben. Es galt, den Managementplan unter den Aspekten Bau, Verkehr, Raumplanung, Immissionsschutz, Wasser, Naturschutz, Denkmalschutz und weiteres zu prüfen.

Das Referat Wirtschaft unterstreicht die Übereinstimmung mit der Entwicklung des sanften naturnahen Tourismus im künftigen Welterbegebiet mit den Zielen des Landes. Seitens des Naturschutzes und der Landschaftspflege wird betont, dass wegen der guten Zusammenarbeit zwischen Denkmal- und Naturschutz die historische Kulturlandschaft bis heute gut bewahrt wurde. Damit erscheine die Bewerbung für diese Landschaft für die Welterbeliste der UNESCO aussichtsreich. Aus Sicht Agrarwirtschaft seien durch die beschriebenen Maßnahmen und Verfahren zum Schutz der hochmittelalterlichen Herrschaftslandschaft keine negativen Folgen auf die Entwicklung des ländlichen Raums, auf die Landwirtschaft, den Weinanbau und die Fischereiwirtschaft in der Region zu erwarten. Die durch das Referat Forst- und Jagdhoheit vertretenen Ziele zum Erhalt und zur Pflege des Waldbestandes unterstützen die Ziele des Welterbe-Managementplans. Aus Sicht des Denkmalschutzes wird der Welterbe-Managementplan begrüßt, da er die Arbeit der Denkmalschutzbehörden zum Erhalt und zur Pflege des künftigen Welterbes voranbringenwird.

Der Welterbe-Managementplan umfasst rund 100 Seiten. Darin wird erläutert, wie der außergewöhnliche universelle Wert (outstanding universal value) der hochmittelalterlichen Kulturlandschaft an Saale und Unstrut erhalten werden kann. Er beschreibt das Instrumentarium, mit dem Schutz, Erhalt und Entwicklung des Welterbes zu regeln ist. Zudem werden die Verwaltungsstrukturen erläutert und Angaben zu Verfahrenswegen gemacht mit denen die Handlungen verschiedener Akteure koordiniert werden können. Und es wird dargelegt, wie ein frühzeitiges Erkennen von Konflikten und deren Behandlung zur Qualitätssicherung des Welterbes beitragen können. Weitere Themen befassen sich mit Vermittlung, Öffentlichkeitsarbeit, Tourismus und finanzielle Ressourcen.

Nun wird die Stellungnahme in den Managementplan eingearbeitet. Bis 31. Juli ist der Antrag in deutscher und englischer Fassung dem Kultusministerium vorzulegen. "Es ist noch Einiges zu tun, bis der Antrag spätestens am 1. Februar 2015 bei der UNESCO in Paris vorliegt. Eine Entscheidung über die Aufnahme trifft das UNESCO Welterbekomitee im Sommer 2015", informiert Pleye. Der Präsident des LVwA hofft, dass der Bescheid positiv ausfällt.

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