Zwei wichtige Themen bestimmten Partnerschaftstreffen in Aachen

AACHEN/NAUMBURG. Welterbe an Saale und Unstrut und Karl der Große - diese Themen bestimmten den jüngsten Ausflug von rund 30 Naumburgerinnen und Naumburgern in ihre Partnerstadt Aachen. Dass der Welterbeantrag nun der UNESCO-Kommission in Paris vorliegt, ging tags zuvor durch nahezu sämtliche Medien, deshalb war das Interesse der Aachener Freunde besonders groß. Es wurden Glückwünsche entgegengenommen und viele Fragen beantwortet. Drei Tage hatten die Domstädter Ost und Domstädter West Gelegenheit, sich in der Kaiserstadt gegenseitig auszutauschen. Sie wurde ausgiebig genutzt. Unter den Besuchern war erstmalig Landrat Harri Reiche (parteilos) mit seiner Ehefrau. Außerdem waren Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper (CDU) und Landtagsabgeordneter Daniel Sturm (CDU) mit an Bord des Reisebusses der PVG Burgenlandkreis. Ein umfangreiches und abwechslungsreiches Besuchsprogramm hatte das Partnerschaftskomitee Aachen-Naumburg in Zusammenarbeit mit der Aachenern Stadtverwaltung auch diesmal wieder zusammengestellt. Unter anderem stand ein Ausflug ins benachbarte Maastricht (Niederlande) auf dem Terminplan.

Glanzvoller Höhepunkt war die Eröffnung des Karlsjahres, das zu Ehren des 1.200. Todestags von Kaiser Karl in Aachen begangen wird. Es startete mit einem beeindruckenden Pontifikalamt im Dom zu Aachen. In seiner Predigt beleuchtete Bischof Heinrich Mussinghoff das Leben Karls des Großen. Auf der einen Seite habe Karl viele und grausame Kriege geführt. Andererseits habe er Kirchen und Klöster gegründet und ausgestattet, Glauben und Bildung gefördert und für einheitliche Bibeln und liturgische Bücher gesorgt. Bischof Mussinghoff: "Karl lebte in der Angst vor dem Ende der Welt und im Jüngsten Gericht würde er nicht nur für seine eigenen Sünden, sondern für die Missstände in seinem Reich zur Rechenschaft gezogen werden. Deshalb betrieb er die strikte Christianisierung und die Förderung von Kirche und Klöstern, von Gottesdienst und Glaubenspraxis."

Musikalisch hervorragend gestaltet wurde das Pontifikalamt zum Karlsfest vom Aachener Domchor, dem Sinfonieorchester Aachen und Vokalsolisten unter der Leitung von Domkapellmeister Berthold Botzet und Domorganist Michael Hoppe an der Orgel.

Danach war die Naumburger Delegation in den Krönungssaal des Rathauses zum Auftakt des Karlsjahres eingeladen. Karl der Große sei alles andere als ein Sozialarbeiter gewesen, aber seine Verehrung sei trotzdem hochberechtiget, so Aachens Oberbürgermeister Philipp (CDU). Er stellte Karl den Großen in eine Reihe mit den wichtigsten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Ungezählte Impulse habe er gegeben für die Entwicklung der Völker, Kultur und Bildung und den Zusammenhalt Europas. "Einheit aus der Vielfalt, das ist der dialektische Auftrag, vor dem wir stehen", so Philipp. Auch eine kaiserliche Hoheit kam zu Wort: Karl Habsburg-Lothringen. Er ist ein Nachfahre von Karl dem Großen. Er betonte, dass sein Vorfahr eine "Neudeutung des Kontinents Europa angestrebt hat nach seinen religiösen Wertstellungen und Ideen".

Nach dem gemeinsamen Anstimmen des Kirschfestliedes ging die Tour zurück in die Heimat. Bereits zum Kirschfest gibt es ein Wiedersehen - dann selbstverständlich in Naumburg.

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