Das letzte Wort hat das UNESCO-Exekutivkomitee

NAUMBURG. "Ich bin nicht hier, um zu prüfen, sondern um mein Wissen zu vertiefen", unterstrich die ICOMOS-Sachverständige Ana Luengo (Madrid) gleich zu Beginn ihres viertägigen Besuchs im UNESCO-Welterbe-Antragsgebiet. Und tatsächlich hat sich die international renommierte Landschaftsarchitektin besonders dem Managementplan, der Teil des Antrags ist, ganz intensiv gewidmet. Um auch die letzten Fragen, die sie dazu hatte, noch zu klären, standen ihr insgesamt 92 Gesprächspartner aus der Landesregierung, dem Landesverwaltungsamt, der Kreisverwaltung und den Verwaltungen der Gemeinden des Antragsgebiets sowie Wissenschaftler und der Vorstand des Fördervereins Welterbe an Saale und Unstrut vier Tage lang Rede und Antwort.

Am Ende ihres Besuches meinte Ana Luengo sichtlich erleichtert: "Nun sind alle meine Fragen beantwortet." Ihre Aufgabe ist es nun, eine Stellungnahme zu verfassen, die sie an ICOMOS in Paris weiterleiten wird. Ihr Bericht mündet in eine Beurteilung weiterer ICOMOS-Wissenschaftler, die dem UNSECO-Komitee in Paris vorgelegt wird. Die endgültige Entscheidung darüber, ob sich der "Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut" künftig mit dem UNESCO-Welterbe-Titel schmücken kann, fällt Ende Juni 2015.

Götz Ulrich, Landrat des Burgenlandkreises, gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereins Welterbe an Saale und Unstrut, betonte in der Pressekonferenz zum Thema, dass der Besuch von Frau Luengo in angenehmer Stimmung verlaufen ist. Man habe versucht, ihr der Kürze der Zeit das Welterbe-Antragsgebiet umfassend näherzubringen. Ulrich dankte besonders denen, die Frau Luengo während ihres Aufenthaltes ständig begleitet haben. Anfangs habe es sich etwas holprig gestaltet, Frau Luengo die Aufgaben der hiesigen Verwaltungssysteme zu erklären, verriet Vorstandsmitglied Bernward Küper, gleichzeitig Naumburgs Oberbürgermeister. Das spielte deshalb eine große Rolle, weil die UNESCO bei der Nominierung sichergehen will, dass das Welterbe danach auch entsprechend geschützt ist. Mit großer Fachkompetenz, Gründlichkeit und auch mutig habe Frau Luengo ihre Fragen gestellt und sei den Dingen so lange auf den Grund gegangen, bis sie ihr auch wirklich plausibel waren, erklärte der Leiter der Arbeitsgruppe, Karl Büchsenschütz. Am Schluss habe sie gesagt, sie wisse nun, dass das Welterbe-Gut an Saale und Unstrut geschützt sein wird. Büchsenschütz lobte: "Frau Luengo ist sehr gut vorbereitet gewesen."

Obwohl nicht der Dom im Mittelpunkt stand, sondern das gesamte, 16.000 Hektar große Antragsgebiet, sei Ana Luengo jedoch sehr vom Westslettner angetan gewesen, wusste Stiftsdirektor Dr. Holger Kunde zu berichten.

Und der Landrat wies noch darauf hin, dass man bei der Bereisung die "Knackpunkte" nicht ausgespart habe. Diese gelte für das Kalkwerk in Bad Kösen genauso wie für geplante Saale-Brücke, die jedoch außerhalb des Antragsgebiets liegt. Dieser Besuch sei nur ein Schritt von vielen zur Welterbe-Anerkennung gewesen, erläuterte Ulrich. Das letzte Wort habe das Exekutivkomitee der UNESCO im kommenden Jahr.

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