Das Ziel ist der UNESCO-Welterbetitel

Land setzt sich gemeinsam mit Welterbeverein für den Antrag
Naumburgs und der Region an Saale und Unstrut ein.


Das Land Sachsen-Anhalt steht hinter dem UNESCO-Welterbeantrag "Der
Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an
Saale und Unstrut". Kultusminister Stephan Dorgerloh hat noch einmal
deutlich gemacht, dass alle Beteiligten, Welterbeverein und Kultusministerium,
geschlossen für den Titel kämpfen. "Wir sollten jetzt nicht die Flinte
ins Korn werfen, weil das Gutachten der ICOMOS (Internationaler Rat für
Denkmalpflege) die Aufnahme nicht befürwortet, sondern ganz selbstbewusst
für unseren umfassenden und fundierten Antrag werben." Es gebe
nicht nur die Einschätzung des ICOMOS-Gutachtens, sondern auch international
renommierte Wissenschaftler, die die Kritik des Gutachtens zurückgewiesen
hätten. "Unser gemeinsames Ziel ist der Welterbetitel für
den Naumburger Dom und die Region an Saale und Unstrut."

In seiner Stellungnahme war ICOMOS zu dem Schluss gekommen, dass
die Kulturlandschaft an Saale und Unstrut nicht in die UNESCO-Weltkulturerbeliste
aufgenommen werden sollte. Der Internationale Rat für
Denkmalpflege erstellt das Gutachten für das UNESCO-Welterbekomitee,
das dann die endgültige Entscheidung trifft, ohne an die Empfehlung des
Gutachtens gebunden zu sein.

Derzeit sind die Wissenschaftler und Experten im Auftrag des Welterbevereins
dabei, auf die Einschätzungen von ICOMOS zu reagieren und die
sachlichen Fehler richtigzustellen. Auch hat es Treffen mit UNESCO-Vertretern
gegeben. Dass Kultusministerium unterstützt den Welterbeverein
bei seinen Bemühungen. "Die Chancen sind nach wie vor da, dass der
Antrag erfolgreich ist", so der Kultusminister.

Bis Mitte Juni besteht die Möglichkeit, auf die ICOMOS-Stellungnahme zu
reagieren. Nach derzeitiger Planung steht der Antrag erst am letzten Sitzungstag
des UNESCO-Welterbekomitees auf dem Programm. Wenn sich
bei der Welterbetagung in Bonn keine Mehrheit für den Antrag abzeichnet,
könnte es eine Option für den Welterbeverein sein, eine Rückstellung in
Betracht zu ziehen, um die Chancen auf den Titel aufrechtzuerhalten. Eine
Ablehnung wäre dagegen endgültig. Zunächst geht es jedoch darum, das
UNESCO-Welterbekomitee vom Antrag zu überzeugen.

Unter dem Vorsitz von Staatsministerin Maria Böhmer findet vom 28. Juni
bis 8. Juli in Bonn die 39. Tagung des UNESCO-Welterbekomitees statt.
Zu der internationalen Konferenz werden mehr als 1.000 Teilnehmer und
über 200 Journalisten erwartet. In diesem Jahr sind rund 40 Kultur- und
Naturstätten für die Welterbeliste der UNESCO nominiert.

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