Entscheidung des Welterbekomitees hat vier mögliche Ausgänge

Am Sonntag fällt in Bonn die Entscheidung über den Antrag "Der Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut".
Am Sonntag, dem 5. Juli, trifft das UNESCO-Welterbe-Komitee auf seiner 39. Sitzung in Bonn die Entscheidung über den Antrag "Der Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut". Das entscheidende Gremium, bestehend aus 21 Botschaftern, ist dabei nicht zwingend an die Empfehlungen des Weltdenkmalrates ICOMOS gebunden, der in seinem Gutachten vor einigen Wochen die Nichteintragung der Kulturlandschaft in das UNESCO-Welterbe vorgeschlagen hatte.

Der Vorsitzende des Fördervereins Welterbe an Saale und Unstrut e.V., Landrat Götz Ulrich dazu: "Jede Entscheidung des Komitees, die von der Empfehlung des Weltdenkmalrates ICOMOS abweicht, wäre für uns ein großer Erfolg." Und der Direktor der Vereinigten Domstifter, Dr. Holger Kunde, meint: "Die Entscheidung auf Nichteintragung würde das endgültige Aus für unsere langjährigen Bemühungen bedeuten. Wir müssen daher das Komitee mit guten fachlichen Argumenten überzeugen. Nur das zählt."

Für die Entscheidung des Welterbekomitees der UNESCO am Sonnabend gibt es vier mögliche Szenarien:

Eintragung (englisch "inscription"): Das Komitee erkennt den außergewöhnlich universellen Wert des Gutes an und beschließt die Eintragung in die Welterbeliste. Das Komitee kann weitere Empfehlungen zum Schutz und zur Verwaltung des neuen Welterbegutes geben.

Nichteintragung (englisch "noninscription"): Das Komitee lehnt den außergewöhnlich universellen Wert des Gutes ab. Beschließt das Komitee die Nichteintragung, kann die Anmeldung nicht noch einmal vorgelegt werden. Sie ist dauerhaft ausgeschlossen.

In zwei Fällen wird das Welterbekomitee keine abschließende Entscheidung treffen:
Bei dem Beschluss "referral of nomination" erkennt das Komitee den außergewöhnlichen Wert des Gutes an, schiebt aber die Eintragung mit der Bitte um zusätzliche Informationen auf. In diesem Fall kann der Antrag auf der folgenden Tagung des Komitees zur endgültigen Entscheidung vorgelegt werden.

Bei dem Beschluss "deferral of nomination" wird dem Antragsteller der Antrag zu einer Überarbeitung zurückgegeben. Wann die Anmeldung zur Entscheidung kommt, wird mit den zuständigen beratenden Gremien unter Berücksichtigung der Warteliste des Staates festgelegt.


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