Fülle von Klöstern im Hochmittelalter

NAUMBURG.- Eine Fülle von Klöstern, insgesamt 50, gab es im Hochmittelalter an Saale und Unstrut. Das erfuhren die rund 100 Besucher eines Vortags kürzlich in der Naumburger Moritzkirche. In einer gemeinsamen Veranstaltung des Fördervereins Moritzkirche Naumburg und des Fördervereins Welterbe an Saale und Unstrut referierte Matthias Ludwig, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Domstiftsarchivs und der Domstiftsbibliothek Naumburg, zum Thema. Manche der Klöster existierten nur kurze Zeit. Andere seien verlegt worden, so Ludwig. Schon im 10. Jahrhundert wurden die Klöster in Memleben, Bibra, Vitzenburg, Rheinsdorf und Kleinjena gegründet. Davon sei Memleben die früheste Stiftung. Über das Erscheinungsbild des Klosters Kleinjena wisse man heute nichts, informierte Ludwig. Es wurde 1028 in Naumburg neu eingerichtet.

Nach dem Jahr 1000 sei die Neugründung von Klöstern in der Region, insbesondere im Welterbeantragsgebiet sprunghaft angestiegen. Ludwig wusste von 23 Neugründungen zu berichten. Deren Höhepunkt sei im 13. Jahrhundert zu verzeichnen gewesen. Die Liste führten damals die Benediktiner, gefolgt von den Zisterziensern an. Zu letzteren gehörten zahlreiche Frauenkonvente. Weil die Frauenklöster offensichtlich überhandnahmen, seien Laut Ludwig nach 1228 keine mehr gegründet worden. Augustinerchorherren, die aus der Weltlichkeit kamen, widmeten sich in Sankt Moritz in Naumburg der Seelsorge. Dort habe für kurze Zeit auch ein Frauenkonvent seinen Sitz gehabt. Seelsorge, das war die Aufgabe der sogenannten Bettelorden, zu dem sowohl die Augustiner- als auch Franziskanermönche zählen. Letztere siedelten sich Weißenfels und Zeitz an.

In der Hauptsache seien die Klöster der Region aus adligen Stiftungen hervorgegangen. Als Beispiele nannte der Domstiftsarchivar Goseck und Zscheiplitz. Besonders hob er hervor, dass die Orden der Benediktiner und Zisterzienser durch ihre intensive wirtschaftliche Tätigkeit wie Wein- und Wasserbau ganz besonders das Erscheinungsbild der Region geprägt haben. Das sei auch heute noch deutlich nachvollziehbar.

Die nächste gemeinsame Veranstaltung des Fördervereins Moritzkirche und des Fördervereins Welterbe an Saale und Unstrut findetFreitag, 13. September, 19 Uhr, in der Moritzkirche Naumburg statt. Der Direktor und Stiftskustos der Vereinigten Domstifter, Dr. Holger Kunde, hält einen Vortrag unter dem Titel ,,Mehr als der Dom. Warum wir Welterbe werden können." Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Zurück